Damit es bei euch nicht so aussieht, wie bei uns manchmal … 🙂
Die Wanderschuhe

Als es an die Packliste für unsere große Reise ging, stand ein Gepäckstück bei mir ganz oben auf dem Zettel: der Wanderschuh! Schon ein Jahr zuvor hatte ich mir diesen im fancy Outdoorladen für einen Urlaub in Neuseeland gekauft und sage und schreibe einmal getragen. „Auf der Weltreise wird das bestimmt anders. Wir werden so viel wandern und laufen, dass es sich auf jeden Fall lohnt, Wanderschuhe mitzunehmen“, dachte ich mir. Hat es nicht! Und glaubt mir, wir sind viel gewandert. Ob Machu Picchu, die Wanderung zur Ciuadad Perdida, die Besteigung des 5000m hohen Vulkans Cotopaxi und diverse andere Wanderungen habe ich alle in bequemen Sportschuhen gemeistert und die Wanderschuhe nach einigen Monaten mit dem erstbesten Paket nach Hause geschickt. Nicht nur sind die Wanderwege etc. für alle Reisenden, die im „normalen“ Maß wandern gehen, so gut ausgebaut, dass keine Wanderschuhe notwendig sind, sie sind als Gepäckstücke einfach nur klobig und schwer. Wenn ihr also nicht plant im Himalaya zu wandern, sondern nur ab und an mal eine Trekkingtour unternehmen wollt, könnt ihr die Wanderschuhe getrost zu Hause lassen.
Das Mückennetz
„Indien? Südostasien? Südamerika? Na hör’n se mal, da haben Sie ja was vor! Da müssen se aber ein Mückennetz mitehmen, ganz wichtig!“ Der Bielefelder Tropenarzt untermalte seine Worte mit wilden Gesten, die wohl an herannahende Mückenschwärme erinnern sollten. Wenn einem die Notwendigkeit eines Mückennetzes mit solch einem Nachdruck von einem ausgebildeten Mediziner empfohlen wird, hegt man als Laie auch keinen Zweifel am Nutzem ebendiesen Gadgets. Also stiefelten wir eine Woche darauf los in den nächsten Outdoorladen, um die Auswahl an Mückennetzen zu begutachten, die es in allen Formen, Größen und Preisklassen gab. Um 30 Euro erleichtert waren wir schließlich jede stolze Besitzerin einer kleinen Tüte, die etwas an einen Schlafsack erinnerte, nur etwas leichter war. Zu Hause wurde das Ding in eine geeignete Ecke des Reiserucksacks verfrachtet, wo es die nächsten zwölf Monate einen sicheren Unterschlupf fand. Das Tageslicht hat das Netz nie erblickt. Tatsächlich sind wir auf unserer Reise gar nicht so vielen Mücken begegnet und wenn doch, dann waren die Einheimischen gut vorbreitet. An jedem Hostelbett und sogar in den Lagern auf unserer Wanderung durch den kolumbianischen Dschungel fanden wir bereits vorinstallierte Mückennetze vor, sodass wir unser eigenes kein einziges Mal auspacken mussten. Nach einem Jahre trennten wir uns dann schließlich vom unnötigen Ballst. Kurz bevor wir auf Maui ankamen. Dort im Dschungel schwirrte es nur so vor Mücken. Aber wir haben auch so überlebt und sind jetzt der vollen Überzeugung: Mückennetze gehören zu den Dingen, die die Welt nicht braucht.
