Die Sparer

Thomas (30) aus Frankreich

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Wir haben Thomas beim wwoofen in Australien kennengelernt, wo er auf sein Zwei-Jahres-Visa für Neuseeland gewartet hat. Ursprünglich hatte er geplant dort nur ein Jahr Work and Travel zu machen, hat aber das Land (insbesondere die Insel Stewart Island) für sich entdeckt und wollte nicht mehr zurück in seine Heimat Frankreich. Mittlerweile lebt und arbeitet er auf der kleinen Insel.

1) Was war dein Reisebudget?

T: Ich habe meine Reise mit ca. 3000 EUR gestartet.

2) Wie lange wolltest du unterwegs sein?

T: Zuerst war der Plan ein Jahr in Neuseeland zu reisen. Zu dem Zeitpunkt hatte ich sogar schon einen Rückflug gebucht.

3) Was war die unerwarteteste Ausgabe?

T: Es gibt zwei Dinge, für die ich unerwarteterweise Geld ausgegeben habe. Das erste Mal war im Dezember 2014 als ich eine Augenentzündung hatte und in Wellington ins Krankenhaus musste. Zum Glück hatte ich eine Auslandskrankenversicherung und habe das Geld zurückbekommen.

Dann haben sich meine Pläne total geändert, da ich gemerkt habe, dass ich nicht mehr zurück nach Frankreich möchte, sondern in Neuseeland bleiben will. Deswegen habe ich mir ein Work and Holiday Visum für Australien geholt, um weiter reisen zu können,  obwohl ich immer gesagt habe, ich würde nie nach  Australien fahren, weil es ein unsicheres und furchterregendes Land ist (auf jeden Fall die Tiere) hahaha 🙂

4) Glaubst du es ist cool mit wenig Budget zu reisen und warum bzw. warum nicht?

T: Ich glaube es ist wichtig, dass man zumindest ein bisschen gespart hat, nur für den Fall der Fälle. Aber wenn du einmal angefangen hast zu reisen, gibt es nichts Besseres als Wege zu finden ohne viel auszukommen und das Leben von Tag zu Tag zu genießen. Meine besten Erfahrungen habe ich gemacht, weil ich kein Geld hatte oder günstig leben musste, z.B. über wwoofing, HelpX etc. Man findet auch viel über sich selbst heraus, denn manchmal kann es ganz schön hart sein. Du wirst stärker und mehr bewusst darüber was Geld bedeutet und wofür es ausgegeben werden sollte.

5) Hast du während des Reisens gearbeitet? Wenn ja, was hast du gemacht?

T: Ja, ich habe während des Reisens gearbeitet. Ich war bereit alles zu tun, um genug Geld zu haben, mich zu versorgen.

Manchmal hatte ich sogar zwei oder drei Jobs zur selben Zeit. Ich war Assistent, Zimmermädchen und Nachtmanager in einem Hostel in Auckland, Gärtner und Mädchen für Alles auf Great Barrier Island, in Pakiri, Oamaru und Wharariki, habe auf einem Weingut in Blenheim gearbeitet, war Souschef auf Stewart Island und Farmarbeiter in Australien.

6) Was war das verückteste oder lustigste Erlebnis auf deinen Reisen?

T: Während ich auf meine IRD Nummer warten musste, um in Neuseeland arbeiten zu können, war ich  gezwungen so günstig wie möglich irgendwo zu leben. Daher habe ich mich entschlossen einen Monat auf Great Barrier Island zu wwoofen, einer kleinen Insel, ungefähr eine Bootsstunde von Auckland entfernt. Es ist eine sehr abgeschiedene Insel, auf der es keine Elektrizität, kein fließendes Wasser und keine Telefonempfang gibt, also nichts, was es in einem normal entwickelten Land gibt.

Ich dachte nie, dass ich ein Stadtmensch bin, aber wenn man mit der Sonne leben und davon, was die Erde dir bietet (fischen, jagen, anbauen), man jeden Tag im Schlamm steht, nicht täglich duschen kann und im Fluss baden muss, um sich nach einer siebenstündigen Wanderung frisch zu fühlen, dann realisiert man, dass man doch mehr Stadtmensch ist als gedacht. Dann weiß man, dass man all diese Erfahrungen aufnehmen  und dankbar sein muss, was gerade in seinem Leben passiert.

Also das war ehrlich die bedeutungsvollste und verrückteste Erfahrung, die ich hatte, weil sie mir so viel über mich gelehrt hat.