Budgetplanung

Wie viel Geld braucht man für eine Weltreise?

Nein, wir sind keine Lottomillionäre, haben nichts von unserer amerikanischen Großtante geerbt und einen Bankraub haben wir auch höchstens in unserer Fantasie durchlebt. Wie können die es sich dann leisten, 16 Monate auf Weltreise zu gehen, fragen sich einige ganz zu Recht. Zugegebenerweise sind wir sehr naiv in das Abenteuer Weltreise gestartet. Was erst als eine fixe Idee in einer neuseeländischen Provinzkneipe das Tageslicht erblickte, wurde schnell zu einem ernsten Plan, der aber noch lange nicht ausgereift war. Natürlich haben wir uns auch ganz zu Anfang die Frage gestellt: Was kostet eine Weltreise überhaupt? Dazu findet man in Internet auf diversen Reiseblogs schon allerhand Informationen, die wir euch natürlich – angereichert mit unseren Erfahrungswerten – nicht vorenthalten wollen.

1 Schritt: Flugkosten ermitteln

Tatsächlich haben wir uns bei unserem ersten Planungstreffen ca. zehn Monate vor dem geplanten Abflug erst einmal mit einem Gläschen Wein vor den Laptop gesetzt und uns die Welt ausgebreitet auf einer Karte angeguckt. Ganz schön viele Länder gibt es, stellt man dann ernüchert fest. Viel zu viele, um diese in etwas mehr als einem Jahr zu besuchen. Ziemlich schnell waren wir uns einig, welche Länder wir bereisen wollten und haben dann eine Reihenfolge und Zeitspanne festgelegt, möglichst in Einklang mit der besten Reisezeit im jeweiligen Land.  Uns war klar, dass wir viele Strecken – wenn eben möglich – auf dem Landweg zurücklegen wollten, um a) mehr Spontaneität zu wahren und b) ein besseres Gefühl für die Entfernungen und das Reisen an sich zu bekommen. Also mussten wir nur die „großen Flugrouten“ zur etwaigen Reisezeit im Internet checken (am besten über Skyscanner oder direkt bei kleinen regionalen Billigfluglinien), um uns einen ersten Überblick über die Flugkosten auf einer Weltreise zu verschaffen.  Dies haben wir alten Planungsphasen gleich in einer Excel-Tabelle vermerkt und hatten somit schon eine erste Übersicht. Die ersten Flüge haben wir über das Reisebüro STA Travel gebucht, das auf Weltreisen spezialisiert ist und gute Preise aushandeln konnte.

Unser Flugbudget lag nach den ersten Einschätzungen bei 5.000 Euro. Allerdings war uns klar, dass da noch allerhand Luft nach oben war. Die Bilanz:

Für die Flugstrecken

Frankfurt – Mumbai – Bangalore – Mumbai – Mumbai – Yangon – Mandaley – Bangkok – Bangkok – Rio de Janeiro – Santiago de Chile – Bogotá (nicht angetreten) – Guatemala City – Los Angeles (nicht angetreten) – Cancún – Los Angeles – San Diego – Kahului (Maui) – Hana (Maui )– Honolulu – Honolulu – Brisbane – Gold Coast – Sydney – Melbourne – Wellington – Wellington – Christchurch – Christchurch – Wellington – Auckland – Melbourne – Melbourne – Kuala Lumpur (mit Halt in Singapur) – Kuala Lumpur – Goa – Goa – Frankfurt

haben wir letztendlich ungefähr 6.000 Euro ausgegeben.

Wir haben uns übrigens gezielt gegen ein „Around-the-World-Ticket“ entschlossen, da dies die Flexibilität sehr einschränkt und einige Flugrouten (z.B. Bangkok – Rio de Janeiro) einfach nicht möglich gewesen wären.

2. Schritt: Impfungen, Visa und Versicherungen

Ehrlich gesagt: diese Ausgaben hatten wir erst so gar nicht auf dem Plan. Nachdem unsere erste Euphorie nach der Routenplanung jedoch verpufft war, holte uns der Ernst des Lebens wieder ein und als gute pflichtbewusste Deutsche ploppten dann schnell Gedanken à la „Wie viel kostet eigentlich eine Reiseversicherung?“ oder „Gegen was sollte ich mich impfen lassen?“ auf.

Glücklicherweise waren wir beide bei der Techniker Krankenkasse versichert, sodass wir uns um die Impfkosten keine großen Gedanken machen mussten. Außer einer kleinen Zuzahlung von insgesamt höchstens 50 Euro war in diesem Bereich nichts abzuleisten.

Das sah bei den Visa schon ganz anders aus. Um die Erlaubnis zu bekommen, indisches Territorium zu betreten, mussten wir ca. 100 Euro blechen.  Besonders in Asien läppert es sich dann mit den Visumskosten. Grob überschlagen haben wir auf der ganzen Reise etwa. 500 Euro für die kleinen Stempel in unserem Reisepass ausgegeben.

Unsere Reiseversicherung haben wir über die HanseMerkur abgeschlossen und gleich im selben Paket noch eine Haftpflicht- und Reisegepäckversicherung dazubekommen. Für 16 Monate lagen die Kosten für die Versicherung bei ungefähr 1.200 Euro (inkl. USA).

3. Schritt: Reiseausstattung

Man glaubt gar nicht, was alles in  einen normalen Reiserucksack reinpasst, ein echtes Raumwunder! Nichtsdestotrotz sollte man sich doch – allein aus Gewichtsgründen – auf das Wesentliche beschränken. Hierzu bald ein eigener Blogpost, aber die Grundlagen schon mal vorweg. Es macht natürlich Sinn, sich einen kleinen, leichten Schlafsack, eine leichte Fleecejacke sowie ein Paar guter Allround-Turn- und Wanderschuhe anzuschaffen. Diesen Punkt sollte man also bei seiner Budgetplanung für die Reise um die Welt nicht außer Acht lassen.

4. Schritt: Tagesbudget festlegen

Das ist wahrscheinlich der schwierigste Punkt des ganzen Unterfangens: ein Tagesbudget festlegen, an das man sich während der Reise mehr oder weniger hält. Wir wissen gar nicht mehr genau, wie wir darauf gekommen sind, aber irgendwie haben wir für uns ein tägliches Budget von 30 Euro anvisiert. Das ist in Asien relativ viel, in Südamerika kommt man ganz gut über die Runden, in Hawaii, Neuseeland und Australien ist es ohne Freiwilligentätigkeiten gegen Kost und Logis fast unmöglich, damit zurechtzukommen. Aber wenn man einmal mehr ausgibt, beispielsweise für eine Tour, eine etwas teurere Busfahrt oder einfach weil die Hostels unglaublich teuer sind, muss man dafür an anderen Tagen zurückstecken und sich von Toast und Marmelade ernähren oder eben für seinen Schlafplatz und Verpflegung arbeiten. Tage, an denen man 0 Euro ausgibt, sind dann wirklich Gold wert! Wie ihr auf unserem Blog seht, gibt es außerdem unglaublich viele Tricks, mit denen man auf Reisen Geld sparen kann, was wiederum bedeutet, dass man auch mit einem kleinen Budget um die Welt reisen kann.

Summa summarum haben wir in den 16 Monaten auf Reisen ca. 15.000 Euro ausgegeben und uns die gesamte fast eineinhalbjährige Weltreise mit nicht einmal 25.000 Euro finanziert. Das ist so viel wie ein neuwertiger Kleinwagen. Dabei haben wir auch nichts ausgelassen und die meiste Zeit wirklich gut gelebt.