Tipps & Tricks

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Essen auf Sparflamme

Du isst, was du bist. In jedem noch so abgedroschen Spruch weilt doch ein Fünkchen Wahrheit. Denn möchte man ein Land entdecken, führt der erste Weg an die Straßenstände voller exotischer Leckerein…und danach nicht hoffentlich gleich auf die nächste Toilette. Essen gehört ja per se schon zu den wichtigsten Bestandteilen des Lebens. Und auf Reisen bekommt es noch eine ganz andere Bedeutung. Nie ist es einfacher in direkten Kontakt mit dem Land, seinen Sitten und Gebräuchen und seinen Einwohnern zu treten als beim Essen. Deshalb sollte man seine Scheu vor dem Unbekannten ablegen und sich in den Food-Heaven hineinstürzen, zu dem manche Länder mutieren, sobald man die fremden, verführerischen Gerüche einmal in der Nase und sein erstes unglaublich leckeres Gericht nach einer auszehrenden Busfahrt viel zu schnell hinuntergeschlungen hat. Und das alles für wenig Geld.

Tell me what you eat and I tell you who you are

Aber fangen wir mal am Anfang an: warum ist Essen eigentlich ein so wichtiger kultureller Aspekt? Beim Essen geht es längst nicht mehr allein um die bloße Nahrungsaufnahme und die damit verbundene Kalorienzufuhr. Vielmehr spielt der Geselligkeitsfaktor eine immer größere Rolle. Ihr trefft euch abends mit euren Freunden zum Austauschen der neusten News? Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass dieses Treffen in einem Restaurant stattfindet. Und wo ein Restaurant ist, da sind auch immer viele Leute. Dies ist besonders in einem fremden Land spannend. Hier kann man viel über die Gesellschaftsstruktur, die Tischgewohnheiten, ja sogar über den Lebensrhythmus der Menschen lernen. Denn sind bei uns die Restaurants unter der Woche am frühen Abend am vollsten, treibt es die Argentinier zum Abendessen erst gegen 23 Uhr hinaus,  die Franzosen vor allem in der Mittagspause und die Inder zu jeder Tages- und Nachtzeit. In vielen südostasiatischen Ländern wird sogar mit Vorliebe auf der Straße gefrühstückt. Plastikstühle und –tische in Miniaturausfertigung sprießen dann ganz plötzlich auf dem Gehweg aus dem Boden und die Garküchen öffnen ihre Türen – oder besser gesagt ihre Deckel. Um euch also in den Rhythmus eines noch unbekannten Landes einzufinden, ist es hilfreich, sich an den Essgewohnheiten der Einheimischen zu orientieren.

Gut und günstig essen

Am Essen sollte man eigentlich nie sparen, doch auf Reisen kann das Budget manchmal knapp sein. Um unnötige Kosten zu vermeiden und dabei noch kleine Familienbetriebe zu unterstützen, sollte man sich deshalb genau überlegen, wo man isst. Dass es günstiger ist, eine Mahlzeit selbst zu kochen, ist in vielen Ländern ein Trugschluss. Es sei denn, man möchte sich drei Tage lang von trockenem Reis ernähren. Oft ist es preiswerter und abwechslungsreicher essen zu gehen. Man muss nur wissen, wann und wo. In vielen südamerikanischen Ländern bieten die meisten kleinen Imbisse und Restaurants beispielsweise mittags ein mehrgängiges Tagesmenü (plata del dia) an. Mit einem Preis von 1,50 – 3,00 Euro ist dies einfach unschlagbar für ein Gericht, das aus einer Suppe, einem Hauptgericht (meist mit Fleisch und Fisch) und einem Nachtisch besteht.

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Das beste daran ist aber, dass man sich auf diese Weise einmal komplett durch die Küche des jeweiligen Landes probieren kann. Manchmal gerät man zwar auch an eine mit Rinderblut aufgesetzte Suppe oder knorpeliges Fleisch in der Brühe, aber auch das kann schmecken! 🙂

In Asien dagegen ist es zu jeder Tages- und Nachtzeit einfach, an günstiges Essen zu kommen. Bunte Bildchen auf der Menükarte helfen bei der Orientierung und besonders in Touristenorten findet man auch eine Zutatenliste auf Englisch.  Für 2,00 Euro kann man an einem Straßenstand oder in einem günstigen Restaurant bereits eine gute Portion abstauben. Wenn die Bude voll ist zw. Alle Tische besetzt sind, wisst ihr auch gleich, dass das Essen schmeckt und dass es günstig ist. Dort, wo viele Menschen anstehen, gibt es das beste Preis-Leistungs-Verhältnis: so einfach ist das! Supermärkte gibt es ohnehin kaum und wenn nur in einer überteuerten Ausfertigung, die an die Vorlieben der Touristen angepasst ist.

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Und wer hätte gedacht, dass es sich sogar in verhältnismäßig teuren Ländern wie Neuseeland und Australien manchmal eher lohnen würde, essen zu gehen anstatt alle Zutaten im (wirklich teuren) Supermarkt zu besorgen? Wir nicht und deshalb waren wir auch sehr überrascht, dass gerade unser Lieblingsessen Sushi dort unglaublich günstig ist. Für ca. 1,50 Euro bekommt man beispielsweise in Melbourne in kleinen Sushiläden in der Innenstadt eine große Sushirolle (etwa 6-7 kleine Stückchen), die wirklich gut gefüllt ist.