Versteckte Kosten

Versicherungen

Gerade bei längeren Reisen, bei denen die normale Urlaubsreiseversicherung nicht mehr ausreicht, ist es wichtig, dass ihr euch auslandskrankenversichert. Generell hängt die jeweilige Vorgehensweise von eurer individuellen Situation ab, dass heißt ob ihr pflichtversichert, freiwillig gesetzlich versichert oder privat versichert seid. Eine weitere Rolle spielt auch, ob ihr euch ganz aus Deutschland abmeldet oder euren Wohnsitz behaltet und mit euren Flugtickets oder Visabescheinigungen nachweist, dass ihr euch längere Zeit nicht mehr in Deutschland aufhalten werdet.

Unsere Situation war wie folgt: Wir haben uns von der Krankenversicherung auf Basis der Flugtickets, Visa etc. abgemeldet, waren aber weiterhin in Deutschland bei unseren Eltern gemeldet. Während der Reise waren wir dann auslandskrankenversichert und mussten dies dann bei unserer Rückkehr und dem Wiedereintritt in unsere Krankenversicherung auch nachweisen.

Die Krankenkasse ist übrigens verpflichtet euch wieder aufzunehmen, aber ihr solltet euch in jedem Fall umgehend nach eurer Rückkehr zurückmelden.

Relativ unkompliziert und weit verbreitet ist die Auslandskrankenversicherung der Hanse Merkur. Hier bezahlt ihr für ein Jahr Auslandskrankenversicherung ca. 700 EUR, falls ihr in eure Reisepläne auch die USA und Kanada mit einbeziehen möchtet kostet es 1.600 EUR. Dies hängt natürlich auch wieder von eurer persönlichen Situation ab.

Eine Auslandskrankenversicherung ist also gar nicht so teuer, aber in jedem Fall sinnvoll. Wenn man auf Reisen krank wird und einen Arzt bzw. in den meisten Fällen ein Krankenhaus aufsuchen muss, ist man oft mindestens schon 100 EUR los und bei Reisen über einem halben Jahr ist mindestens ein Krankheitsfall relativ wahrscheinlich. Auch in vermeintlich günstigen Ländern, ist eine gute Versorgung relativ teuer bzw. um eine qualitativ gute und hygienische Behandlung zu bekommen, zahlt man dann besser etwas mehr.

Natürlich sollte man auf der Reise abwägen, ob es sich lohnt einen Arzt, Krankenhaus etc. aufzusuchen, da ihr die entstandenen Kosten zunächst auslegen müsst, wir hatten bei der Erstattung jedoch keine Probleme.

Außer der Auslandskrankenversicherung sind eigentlich die meisten anderen Versicherungen nicht notwendig und das Geld kann man besser anderweitig investieren.

 

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Transport

Ein  sehr großer Kostenfaktor auf Reisen, der oft unterschätzt wird, ist der Bereich Transport. Wer reist, möchte natürlich so viel sehen wie möglich und dafür ist es wichtig, kostengünstig, aber auch möglichst effizient von A nach B zu kommen.

Vor Antritt unserer Reise hatten wir nur einige weite Flugstrecken gebucht, alles andere wollten wir dem Zufall überlassen. Versuche, Bus- oder Bahnrouten in Indien von Deutschland aus ausfindig zu machen und womöglich schon einmal zu buchen, waren sehr zeitintensiv, sodass wir schließlich beschlossen, alles direkt vor Ort anzugehen. Und tatsächlich war alles einfacher als gedacht.

Hier eine kleine Übersicht nach Kontineten unterteilt:

Asien

Asien im Allgemeinen und vor allem Südostasien sind ein Paradies für jeden Backpacker, denn das Reisen wird einem wirklich einfach gemacht. Meistens kann man Busfahrten direkt im Hostel gegen eine kleine Gebühr (ca. 1 Euro) buchen, wird dann dort von einem Tuk Tuk abgeholt und zum Busbahnhof gebracht.

Um Geld zu sparen, empfiehlt es sich, größere Strecken als Nachtfahrten zurückzulegen. Das hat den Vorteil, dass Du dir die Kosten für eine Übernachtung sparst und am nächsten Tag  – mehr oder weniger – erholt an Deinem Ziel direkt in den Tag starten kannst. Dazu gibt es besonders in Indien und Südostasien sogenannte Sleeper Busse, die über bettartige Liegeflächen mit Vorhängen oder zumindest weit nach hinten klappbare Sitzlehnen verfügen. Ihr solltet aber in jedem Fall darauf achten, für welche Bus- oder Bahnkategorie ihr euch entscheidet, denn das Niveau kann erheblich auseinander klaffen.

Hier könnt ihr euch vorab über möglich Buslinien in Indien und in Südostasien informieren.

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Südamerika

Auch in Südamerika haben wir uns meist auf Busse verlassen, denn das Bahnnetz ist in den meisten Ländern sehr schlecht ausgebaut oder gar nicht vorhanden. Allerdings kann man auf Bahnrouten extreme Schnäppchen machen, muss sich jedoch darauf einstellen, dass der Komfort nicht gerade dem deutschen ICE-Standard entspricht. Da kann es schon einmal passieren, dass man sich in vorchristlichen Zügen wiederfindet und bei jedem Huckel auf den Schienen im Sitz so mitfedert, dass man sich fragt, ob man versehentlich im Musikexpress auf dem örtlichen Jahrmarkt gelandet ist. Aber auch das sollte man mal mitgemacht haben. Zumindest wird man sich nie wieder – oder nicht so schnell – über den Zustand deutscher Züge aufregen.

Tickets bekommt man (ganz einfach) an den Schaltern verschiedenster Agenturen, die sich  in den Bahnhofshallen aneinanderreihen. Meist weise große Schilder auf die Reiseziele hin, die von der jeweiligen Agentur angesteuert werden und mit ganz viel Glück findet man daneben eine Zeitenübersicht und kann sich dann für die Busgesellschaft seines Vetrauens entscheiden.

Ein großes Problem stellte für uns allerdings die Überfahrt von Kolumbien nach Panama dar. Da die Saison noch nicht angefangen hatte, fuhr die Fähre zwischen den beiden Ländern leider nicht. Dies wäre die günstigste Altenative gewesen. Blieben nur zwei weitere Optionen: fliegen oder segeln. Wir entschieden uns für eine viertägige Segeltour durch die Karibik. Mit 400 USD war dies auf vier Tage gerechnet (Unterkunft und Verpflegung) in Relation günstiger als ein Flug für ca. 300 USD. Überhaupt sind wir auf unserer Reise so oft Boot gefahren wie nie und das in allen Formen und Größen. Von Fähren über Segelbooten bis hin zu kleinen Fischerbötchen aus Holz war alles dabei.

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Mittelamerika

Durch Mittelamerika kommt man am günstigsten (nicht jedoch unbedingt am besten) mit dem Chickenbus. Dabei handelt es sich um alte amerikanische Schulbusse, die in Nicaragua, Panama und Co. ihr neues zu Hause und damit eine neue Bestimmung gefunden haben. Die Busse verkehren mit offenen Fenstern zwischen den größeren Orten, halten dabei an jeder Milchkanne an und verfügen über ein unerschöpfliches Fassungsvermögen – zumindest theoretisch. In der Praxis sitzt man eingepfercht neben der gutbeleibten älteren Dame, ihren Hühnerkäfigen, verschiedenen Gepäckstücken und Zigarre qualmenden Männern im ratternden Bus und freut sich über jeden Luftzug. Der Unterhaltungswert und die Preise sind jedoch unschlagbar. Für ein paar cent kann man ca. 100 km zurücklegen. Und da die Entfernungen in Mittelamerika nicht so weit sind, kann man auch einmal ganz Nicaragua mit dem Chickenbus durchqueren. Natürlich gibt es auch komfortablere Minibusse und Nachbusse, die ihr an den „Hauptbahnhöfen“ oder in Hostels buchen könnt, dafür aber den Touristenpreis zahlt.

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USA

Die USA sind teuer und das nicht nur aufgrund des derzeit unterirdischen Wechselkurses. Öffentliche Verkehrsmittel sind eher verpönt und daher ist das Netz auch recht schlecht ausgebaut. In Amerika fährt man halt lieber selbst. Wenn man jedoch nicht das nötige Kleingeld für einen Mietwagen hat bzw. es sich für die kurze Reisezeit nicht lohnt, muss man in den sauren Apfel beißen und sich auf große Busgesellschaften wie Greyhound verlassen.  Über Webseiten wir Craigslist kann man jedoch auch mit ein wenig Glück Mitfahrgelegenheiten zwischen den größeren Städten finden. Etwas, das es bei uns dagegen nicht gibt, ist Uber. Über die App bieten Privatleute „Taxifahrten“ an. Gebt einfach euren Standort ein und gleich werden euch die Fahrer angezeigt, die sich gerade in der Nähe befinden. Diese kann man dann mit einem Klick bestellen, sich in komfortablen Autos von der Party nach Hause, zum Flughafen oder hinaus zum Strand kutschieren lassen und dafür über Paypal bezahlen.

Ozeanien

Australien und Neuseeland sind die Backpackerländer schlechthin und daher auch was den Transport angeht bestens versorgt. Die großen Busgesellschaften verkehren zwischen den Metropolen (in Neuseeland auch zwischen Städtchen, die bei uns eher als Kuhdorf gelten würden) und machen unterwegs an den beliebtesten Orten Halt – machmal auch auf offener Straße. Je nach Bedarf kann man bei den meisten Busgesellschaften einen Pass für eine bestimmte Zeit oder eine Mehrfahrtenkarte erwerben, was den Einzelbetrag erheblich reduziert.  Das lohnt sich aber nur, wenn man wirklich die komplette Zeit auf Busse setzt. Erheblich günstiger kann es sein, sich mit mehreren zusammen ein Auto zu kaufen. Diese werden in Australien und Neuseeland vertickt als gäb’s kein Morgen mehr. Allerdings sollte man jemanden dabeihaben, der wenigstens ein bisschen was von Automechanik versteht, damit man nicht auf einmal mitten im Outback stehen bleibt.

Zu den größten neuseeländischen Überlandbusgesellschaften zählen Naked Bus  und Intercity. In Australien gibt es zum Beispiel Greyhound greyhound.com.au.

Wir haben uns in OZ und NZ allein auf’s Trampen verlassen, was in beiden Ländern echt super geklappt und uns allerhand witzige Geschichten eingebracht hat.

Wie auch immer ihr euch fortbewegt, wir wünschen euch eine gut Fahrt und dass ihr immer dort ankommt, wo ihr hin wollt!