Über das WHV Australien oder Work and Travel in Australien ist eigentlich schon alles gesagt. Seit dem Jahr 2000 besteht die Möglichkeit für deutsche Staatsbürger ein Jahr (bzw. mit der Option auf ein 2nd year) in Australien zu arbeiten und zu reisen. Und gefühlt jeder zweite hat dies auch schon gemacht. Deswegen wollen wir nur kurz die Eckdaten zum WHV Australien nennen, denn Info-Seiten mit Erfahrungen sowie Tipps und Tricks gibt es im www schon wie Sand am Bondi Beach.

Wie bei den meisten anderen WHV müsst ihr bei der Beantragung des Visums mindestens 18 bzw. maximal 30 Jahre alt sein und natürlich einen gültigen Reisepass besitzen. Die Visumsgebühr beträgt 440 AU$ (umgerechnet ca. 300€; Stand: September 2016) und ihr müsst finanzielle Mittel in Höhe von 5000 AU$ (umgerechnet ca. 3400€; Stand: September 2016) vorweisen, beispielsweise mit einem aktuellen Kontoauszug. Dies benötigen die australischen Behörden als Sicherheit, dass ihr in der Lage seid euch auch ohne Arbeit für einige Zeit über Wasser zu halten bzw. euch ein Rückflugticket zu kaufen. Wollt ihr im Gesundheitsbereich tätig sein, müsst ihr darüber hinaus noch ein Gesundheitszeugnis beantragen, welches mit ca. 200 € zu Buche schlägt.

Die Beantragung des WHV (mind. vier Wochen vor geplanter Einreise) kann online über die Einwanderungsbehörde erfolgen. Wird euch das Visum genehmigt, habt ihr bis zu einem Jahr Zeit in Australien einzureisen. Ab dem Einreisezeitpunkt ist es dann zwölf Monate gültig. In dieser Zeit dürft ihr Australien so oft ihr wollt verlassen, wobei die Abwesenheitszeiten trotzdem als Bestandteil der zwölf Monate gelten. Solltet ihr Probleme bei der Beantragung etc. haben, gibt es mittlerweile schon gute Youtube-Tutorials, die euch Schritt für Schritt erklären, wie die Beantragung funktioniert.
Sind die bürokratischen Hürden überwunden und man betritt endlich rote Erde, geht der Stress erst richtig los. 🙂 Nein, natürlich werdet ihr die Zeit eures Lebens haben, aber die Jobsuche und alles drum herum, kann schon eine Herausforderung sein. Erste Anlaufstelle sind meistens die Hostels in den größeren Städten, wie Sydney, Melbourne oder Brisbane, die oft eigene Jobagenturen haben und euch Arbeit in der näheren Umgebung vermitteln können. Diese geben auch oft Tipps für euren Lebenslauf und weitere nützliche Hinweise, wo ihr in welchen Regionen am besten Arbeit findet. Gerade bei der Farmarbeit oder dem sogenannten fruit picking müsst ihr natürlich die Erntezeiten etc. beachten. Hilfreich sind auch Webseiten wie Gumtree (hier gibt es alles) oder die Erfahrungen von anderen Hostelbewohnern, die schon länger vor Ort sind. Der klassische Backpackerjob ist – gerade in Australien – immer noch die Farmarbeit, aber auch in den Städten werden auf dem Bau (construction) immer mehr Leute gesucht. (Dafür müsst ihr allerdings eine sogenannte White Card haben, die nachweist, dass ihr eine generelle Einweisung in das Bauwesen bekommen habt. Ihr könnt dazu vor Ort einen Kurs besuchen oder diesen online belegen. Kostenpunkt zwischen 67 AU$ und 100 AU$; Stand: September 2016). Daneben gibt es natürlich auch noch viele weitere Berufszweige, in denen ihr arbeiten könnt, beispielsweise in der Gastronomie. Hier hilft es natürlich ungemein, wenn man in Deutschland schon eine handwerkliche Ausbildung gemacht hat und seine Kenntnisse und Fähigkeiten einbringen kann.
Aber Bau- und Farmarbeiten sind nicht nur die am leichtesten zu findenden Jobs, sondern auch notwendig, wenn ihr euer 2nd year Visa beantragen wollt, da ihr dann nachweisen müsst, dass ihr mindestens 88 Tage in einem bestimmten Job in einer vorgegebenen Region gearbeitet habt.
Aber was wäre Arbeiten ohne Steuern zahlen? Das bleibt euch natürlich auch in Australien nicht erspart. Am besten informiert ihr euch dazu auch vor Ort. Nur so viel: Ihr solltet gleich nach eurer Ankunft eine Steuernummer beantragen, da ihr sonst den Höchststeuersatz zahlen müsst. Der ist für Backpacker auch mit Steuernummer nicht ohne, aber ihr habt die Möglichkeit euch am Ende eures Aufenthaltes einen Teil der Steuern erstatten zu lassen.

Wenn ihr euch einen großen Teil der gesamten Organisation sparen wollt, gibt es weiterhin die Möglichkeit schon in Deutschland eine Agentur zu beauftragen, die euch Flüge bucht, das Visa beantragt und euch auch in Australien vor Ort betreut. Das mag vielleicht auf den ersten Blick ganz komfortabel sein, aber die Agenturen lassen sich diesen Service natürlich gut bezahlen, so dass ich als Low-Budget-Traveler diese Option eher nicht nutzen würde. Wenn ihr alles selbst organisieren müsst, seid ihr nämlich auch unabhängiger, selbstständiger und das gesamte „Abenteuer“ Australien viel aufregender.
Also: No, worries, mate!! Australia, here we go!!
