
Die meisten Leute erreichen Kuala Lumpur über den Flughafen, der einer der großen Dreh- und Angelpunkte in Südostasien ist. Wenn ihr dann hoffentlich eure Taschen habt und euch den Weg durch die riesigen Hallen gebahnt habt, gibt es zwei Möglichkeiten in die „Innenstadt“ zu kommen. Zum einen steht euch der KLIA Ekspres, der selbst ernannte „fastest train of South East Asia“ zur Verfügung, welcher die Strecke in ca. 30 Minuten meistert (one way ticket ca. 12 EUR). Zum anderen – und das ist die deutlich günstigere Variante – könnt ihr auch den Bus nehmen. Dieser kostet ca. 4 EUR, fährt allerdings im Keller bzw. der Tiefgarage ab und ist alles andere als einfach zu finden. Am besten einfach durchfragen!
Das lebendigste und auch mit das preiswerteste Viertel von KL ist Chinatown und daher auch bei vielen Backpackern beliebt. Bei unserem Aufenthalt in KL sind wir durch Zufall auf die Reggae Mansion gestoßen, welches für uns nach einigen spartanischen Hostels in Australien, wie der Himmel auf Erden war (ca. 10 EUR im mixed dorm). Hier hat jeder Gast eine eigene Schlafkoje mit Vorhang, Spiegel, Safe sowie Steckdose und auf der Dachterrasse befindet sich eine Rooftop-Bar, wo die Gäste sich treffen können und abends gefeiert wird. Auch das Abendbrot ist im Preis inbegriffen. Sicherlich gibt es in der Gegend auch preiswertere Unterkünfte, aber nach Euro-Preismaßstab ist das Reggae-Hostel nicht als teuer einzustufen.
Wenn ihr also die Nacht in eurer klimatisierten Schlafkoje verbracht habt und hinaus aus dem Hostel tretet (ihr bekommt nach der angenehmen, klimaanlagenbedingten Kälte bei 35° Celsius und 80% Luftfeuchtigkeit erst einmal einen Schock), sollte euch euer Weg zunächst auf den Markt in Chinatown führen, wo ihr äußerst günstig Frühstücken könnt. Hier habt ihr die Wahl zwischen „europäischem“ Frühstück also Toast, Kaffee etc. oder einem typischen malaysischen Gericht. Generell solltet ihr eure Mahlzeiten so legen, dass ihr euch durch die Straßenstände in Chinatown probiert, denn die Portionen sind groß und lecker und die Preise mit ca. 3 EUR pro Gericht unschlagbar.


Nach dem Besuch auf dem Markt und dem Kauf des ein oder anderen Souvenirs sowie einem Spaziergang durch das Viertel (hier findet sich u.a. auch die Jamek Moschee, die älteste Moschee von KL), steht dann der Pflichtbesuch bei den Petronas Towers an, dem Wahrzeichen der Stadt. Von Chinatown erreicht ihr diese mit dem Zug oder auch per Taxi, das, falls ihr gut verhandelt könnt, auch relativ günstig und ggf. stressfreier als die Zugfahrt ist.

Von den Türmen und dem Besuch im angrenzenden Park, wo sich Kuala Lumpur als hochmoderne Metropole präsentiert, könnt ihr dann mit dem Zug zu den Batu Caves etwas außerhalb der Stadt fahren. Hier könnt ihr die hinduistische Kultur erleben, denn die Höhlen dienten als Tempelstätten und können nun von der Öffentlichkeit besucht werden. Und auch der Kontakt mit der heimischen Tierwelt kommt bei diesem Besuch nicht zu kurz, denn hunderte von Affen begleiten die Besucher beim Aufstieg in die Höhlen. Bitte beachtet dabei, dass ihr eure Schultern und eure Knie bedecken müsst, um die Tempelanalage betreten zu dürfen.

Da die Batu Caves relativ touristisch sind, gibt es dort natürlich auch viele Straßenstände und –händler, so dass ihr euch nach dem Aufstieg in die Höhlen noch eine erfrischende Kokosnuss könnt.
Wieder in Chinatown angekommen, steht die Dinner-Planung an. Dies könnt ihr entweder im Hostel einnehmen (im Preis inbegriffen) oder wieder in einer der unzähligen Garküchen auf dem Chinatown Markt. Hier könnt ihr euch auch noch das ein oder andere Bier genehmigen oder auf der hosteleigenen Dachterrasse mit Blick auf die Petronas Towers den Abend ausklingen lassen.

Kuala Lumpur an sich ist wahrscheinlich nicht die spannendste Stadt, aber mit dem vorgeschlagenen Programm könnt ihr einen ersten Eindruck gewinnen. Da KL oft Umsteigeort für Flugreisen nach bzw. von Australien/Neuseeland ist, kann man so einen längeren Stopover gut nutzen. Um die wahrhaftige Schönheit Malaysias zu entdecken muss man aber ans Meer auf die Inseln oder in den Dschungel. Und da reicht ein Tag niemals aus! Es heißt nicht umsonst: Malaysia, the greatest country of Aisa!
